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Agile Methodik

Agile Entwicklungsmethoden: Definitionen, Funktionsweisen und Relevanz

Lesedauer: etwa 9 Min.

Heutzutage suchen Unternehmen ständig nach Wegen, um mit den rapiden Änderungen von Technologien und Märkten Schritt halten zu können. In diesem Kontext ist Geschwindigkeit der Schlüssel zum Erfolg, und so müssen Entwicklungsteams flinker und flexibler sein als je zuvor.

Dabei helfen ihnen agile Methoden.

Lesen Sie weiter, um herauszufinden, was Agilität und agile Methoden sind und wie diese Ihrem Team helfen können, schnellere, bessere und leistungsfähigere Produkte bereitzustellen.

Was sind agile Methoden?

Die agile Methoden wurde von einer Gruppe aus Softwareentwicklern konzipiert, die eine bessere Alternative zum traditionellen Entwicklungsprozess suchten, den sie als zu kompliziert und als durch anspruchsvolle Dokumentationsanforderungen belastet empfanden.

In einem Gründungsdokument mit dem Namen Manifest für agile Softwareentwicklung hat die Gruppe 4 Werte und 12 Prinzipien skizziert, welche die agile Philosophie leiten:

Die 4 Werte der agilen Softwareentwicklung

  • Individuen und Interaktionen vor Prozessen und Werkzeugen
  • Funktionierende Software vor umfassender Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit Kunden vor Vertragsverhandlungen
  • Reaktion auf Veränderungen vor dem Befolgen eines Plans

Diese Werte helfen Unternehmen dabei, effizienter auf Kundenbedürfnisse zu reagieren und sich flexibel an Veränderungen anzupassen. Dadurch entsteht ein Entwicklungsprozess, mit dem sie zuverlässig Qualitätsprodukte liefern und Kunden zufriedenstellen.   

Die 12 Prinzipien der agilen Softwareentwicklung

  1. Kunden werden durch eine frühzeitige und kontinuierliche Bereitstellung von effektiver Software zufriedengestellt.
  2. Änderungen sind sogar spät im Entwicklungsprozess noch willkommen und sollen dem Kunden einen Wettbewerbsvorteil bringen.
  3. Es wird regelmäßig einsatzbereite Software bereitgestellt – innerhalb weniger Wochen oder Monate, mit einer Präferenz für kürzere Zeiträume.
  4. Fachexperten und Entwickler arbeiten während des gesamten Projekts täglich zusammen.
  5. Projekte werden um motivierte Individuen herum aufgebaut. Es wird eine Umgebung geschaffen, in der Entwickler die benötigte Unterstützung erhalten. Ihnen wird zudem vertraut, dass sie ihre Arbeit gut erledigen.
  6. Das persönliche Gespräch gilt als die effizienteste Methode, um Informationen an das Entwicklungsteam zu übermitteln und innerhalb des Teams zu kommunizieren.
  7. Gut funktionierende Software ist das wichtigste Fortschrittsmaß.
  8. Es muss auf unbegrenzte Zeit ein konstantes Entwicklungstempo beibehalten werden können.
  9. Die Agilität wird durch einen kontinuierlichen Fokus auf technische Qualität und gutes Design gesteigert.
  10. Einfach ist besser. Einfachheit – die Kunst, die Menge der nicht erledigten Arbeit zu maximieren – ist entscheidend.
  11. Es wird nach dem Prinzip gearbeitet, dass die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe aus Teams hervorgehen, die sich selbst verwalten.
  12. Das Verhalten wird regelmäßig evaluiert und angepasst, um kontinuierliche Verbesserungen zu ermöglichen.

Diese Werte und Prinzipien der agilen Methodik stellen die übergreifende Philosophie dar, die auf zahlreiche Frameworks und Methoden sowohl in der Softwareentwicklung als auch in anderen Projektmanagementprozessen angewendet werden kann (und bereits wurde).

Diesen Werten und Leitprinzipien folgend, priorisiert die agile Denkweise die Flexibilität der Entwicklung und fördert die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen in einer unvorhersehbaren Umgebung. Das macht den agilen Ansatz zu einer beliebten Philosophie, da Teams damit Produkte schneller liefern können und gleichzeitig die Anforderungen von Kunden, Benutzern und Unternehmen zuverlässiger erfüllen.

Die Vorteile des agilen Ansatzes

Die agile Methode genießt sowohl unter Führungskräften als auch unter Entwicklern ein gleichermaßen hohes Ansehen. Das ist kaum verwunderlich.

Im Folgenden nennen wir nur einige der wichtigsten Vorteile des agilen Projektmanagements und der agilen Entwicklung:

Größeres Engagement der Stakeholder und bessere Zusammenarbeit

Der agile Ansatz fördert ein hohes Maß an Zusammenarbeit zwischen Kunden und dem Entwicklungsteam und ein großes Engagement von beiden Seiten. Die Kundenzufriedenheit steigt, da der gesamte Prozess transparent gestaltet wird und die Entwickler besser über die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden informiert sind.

Vorhersehbare Kosten und Zeitpläne

Durch die Aufschlüsselung des Entwicklungsprozesses in iterative Sprints können Projektmanager Kosten genauer schätzen und klare, vorhersehbare Zeitpläne aufstellen. Das hilft den Stakeholdern, da sie wissen, was sie erwartet, und sie ihre Budgets und Marketingstrategien präziser planen können. Auch Teams profitieren, da sie sich nun darauf konzentrieren können, schnell und zuverlässig zu liefern, und die Software regelmäßig auf Qualität und Effektivität testen können.

Flexible Reaktion auf Veränderungen

Beim agilen Projektmanagement geht es vor allem darum, flexibel zu bleiben, damit sich Teams schnell an Änderungen anpassen und gleichzeitig irreversible Kosten reduzieren können. Der agile Ansatz ermöglicht es Teams, sich an veränderte Kundenbedürfnisse, Markt- oder Produktanforderungen anzupassen. Dies gibt Teams die Flexibilität, das Produkt-Backlog immer wieder zu verfeinern und neu auszurichten, damit sie stets hochwertige, relevante Produkte pünktlich und budgetgerecht bereitstellen können.

Hochwertige Produkte

Bei der agilen Produktentwicklung werden regelmäßige Tests in den Entwicklungsprozess integriert. Das ermöglicht es dem Produkteigentümer, Probleme frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf Änderungen vorzunehmen. Das Ergebnis sind qualitativ hochwertigere Produkte, die relevant und gründlich geprüft sind.

Geringeres Risiko und schnellerer ROI

Mit der agilen Methodik wird das mit einem Projekt verbundene Risiko reduziert, da regelmäßig Tests durchgeführt werden und Änderungen während der Entwicklung möglich sind. Indem sie ein Projekt Schritt für Schritt iterieren (anstatt an einem starren Projektplan festzuhalten), sind Teams in der Lage, mit hoher Zuverlässigkeit und Vorhersehbarkeit einsatzbereite Produkte bereitzustellen. Wird mitten im Projekt ein Problem entdeckt, können sie ihren Kurs schnell anpassen, anstatt erst am Ende des gesamten Projekts festzustellen, dass es überhaupt Problemelemente gibt.

Da der agile Ansatz zudem stärker benutzerorientiert ist, treffen agile Teams Entscheidungen während des gesamten Prozesses auf der Grundlage von Erfahrungsberichten, Test-Feedback und Kundeninput. Dadurch wird sichergestellt, dass jedes Feature nicht nur eine funktionierende IT-Komponente, sondern auch ein wertvolles Produkt für Endbenutzer ist.

Zusammen minimieren diese Prozesse das Risiko und helfen den Teams, schneller einen Mehrwert zu liefern und dadurch auch schneller einen ROI zu erzielen.

Die einzelnen Schritte der agilen Methodik

Es gibt 6 Phasen im agilen Projektmanagment Lebenszyklus:

1. Konzept

Der erste Schritt der agilen Methodik besteht darin, Projekte zu definieren und zu priorisieren. Setzen Sie sich mit Ihrem Team und Ihren Stakeholdern zusammen, um Ihr geschäftliches Handlungspotenzial zu identifizieren und Zeit und Kosten für die Durchführung jedes Projekts zu schätzen. Anschließend können Sie bestimmen, welche Projekte machbar sind und den größten Mehrwert einbringen, und Ihren Projekt-Backlog priorisieren.

2. Projektstart

Sobald Sie sich für ein Projekt entschieden haben, müssen Sie herausfinden, wie Sie es in die Tat umsetzen. Wen brauchen Sie in Ihrem Team? Was sind die anfänglichen Anforderungen des Kunden? Erstellen Sie ein Diagramm, um die Zuständigkeiten des Teams zu definieren und den Umfang der Arbeiten festzulegen, die in jedem Sprint erledigt werden müssen.

3. Durchlauf

Wenn Ihr Projekt definiert und genehmigt wurde, kann das Entwicklerteam an der ersten Durchlauf arbeiten.

Der grundlegende Arbeitsablauf während dieser Phase umfasst:

  • Anforderungen – Bestätigen Sie die Anforderungen basierend auf dem Produkt-Backlog und dem Feedback der Stakeholder.
  • Entwicklung – Entwickeln Sie das Produkt basierend auf den festgelegten Anforderungen.
  • Tests – Führen Sie Qualitätstests durch, um die Funktionen zu validieren und eventuelle Probleme aufzudecken.
  • Bereitstellung – Entwickeln Sie ein funktionierendes Produkt.
  • Feedback – Sammeln Sie Feedback von Kunden und Stakeholdern, um die Anforderungen für die nächste Iteration zu definieren.

4. Veröffentlichung

Nach mehreren Durchläufen ist es an der Zeit, das Produkt zu veröffentlichen. Während der Veröffentlichungsphase führen Sie abschließende Tests und Qualitätssicherungsmaßnahmen durch, um Fehler zu identifizieren, Mängel zu beheben und die Benutzerdokumentation vor der Veröffentlichung in die Produktion fertigzustellen.

5. Produktion

Wenn ihr Produkt in der Produktionsphase ist, bedeutet dies, dass Ihre Features nun für Nutzer verfügbar sind. Ihr Team muss das System jetzt kontinuierlich überwachen und entsprechenden Support bereitstellen, damit alles reibungslos verläuft und die Benutzer verstehen, wie die Lösung zu bedienen ist.

6. Widerruf

Wenn Ihr System veraltet ist, keine Anwendung mehr findet oder ersetzt werden soll, wird die Widerrufsphase eingeleitet. Diese Phase umfasst alle Aktivitäten, die typischerweise unternommen werden, wenn ein Produkt vom Markt genommen wird, wie z. B. die Benachrichtigung der Kunden und die Migration der Systemversion aus der Produktionsumgebung.    

Beispiele für die Anwendung der agilen Methode

Der agile Ansatz ist eine Leitphilosophie, die auf verschiedene Entwicklungsmodelle angewendet werden kann. Hier sind vier der beliebtesten agile-Methoden:

Scrum 

Agile Scrum Methoden sind ein Framework, bei dem durch funktionsübergreifende Teamarbeit, Verantwortlichkeit und Durchlauf komplexe Produkte entwickelt, bereitgestellt und unterstützt werden. Es wird in erster Linie für die Softwareentwicklung verwendet, doch seine Prinzipien können auch anderen Projektmanagementteams dienen.

Das Scrum-Framework ist in Rollen, Ereignisse und Artefakte gegliedert:

Scrum-Rollen:

  • Produktinhaber
  • Scrum-Master
  • Scrum-Entwicklungsteam

Scrum-Ereignisse:

  • Tägliche Scrum
  • Sprint-Planungsmeetings
  • Sprint-Review
  • Sprint-Retrospektive

Scrum-Artefakte:

  • Produkt-Backlog
  • Sprint-Backlog
  • Inkrement (oder Sprint-Ziel)

Das Scrum-Modell fördert eine agile Denkweise, bei der kontinuierliches Lernen und die ständige Produktverbesserung fest in den Entwicklungsprozess integriert sind.

Kanban

Kanban ist ein agiles Modell, das Teams eine effektive Zusammenarbeit ermöglichen soll. Dabei werden drei Leitprinzipien befolgt:

  • Visualisieren Sie Ihren Arbeitsablauf
  • Begrenzen Sie die Anzahl der laufenden Arbeiten
  • Organisieren Sie den Arbeitsablauf nach Priorität

Im Gegensatz zu Scrum gibt es bei Kanban keine vorgeschriebenen Rollen oder zeitlich begrenzten Sprints. Stattdessen konzentriert man sich bei Kanban auf kürzere Zyklen, um eine schnellere Bereitstellung sowie eine hohe Transparenz während der gesamten Entwicklung zu ermöglichen, damit jeder versteht, wer für was wann verantwortlich ist.

Die Visualisierung des Prozesses hilft allen, auf demselben Stand zu bleiben, und stellt sicher, dass der Fokus stets auf Arbeiten mit hoher Priorität und hoher Wirkung liegt.

Kanban Board
Kanban Board Beispiel (Klicken Sie auf das Bild um es online zu bearbeiten)

Extreme Programming (XP)

XP is the most specific Agile framework for software development practices. It aims to not only produce high-quality software but to make the entire process easier on the development team itself. XP values communication, feedback, simplicity, courage, and respect. 

It’s best applied when

  • There are constantly changing requirements
  • Teams have tight deadlines
  • Stakeholders want to reduce risk under deadlines
  • Teams can automate unit and functional tests

Feature Driven Development

Feature Driven Development (FDD) is a client-centric Agile methodology tool that focuses on incremental development and status reporting across all levels. This approach helps prevent two of the biggest roadblocks in software development: confusion and rework. 

FDD follows five basic steps:

  • Develop an overall model
  • Build a feature list
  • Plan by feature
  • Design by feature
  • Build by feature

FDD is a scalable model that delivers features on a much shorter timeframe than other Agile frameworks. For instance, instead of a typical 4-week iteration cycle in Scrum, FDD aims to deliver features every 2-10 days. This makes it easier for teams to track and address errors, adapt to client requests, and get new team members up-to-date quickly.  

The great thing about Agile is that it’s more of a guideline than an actual rule. So whatever Agile methodology you follow, make sure it addresses the needs of your team and customers. After all, the goal of Agile is to help teams deliver better work, faster. So find what works best for you and run with it.

illustration of people working together

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Über Lucidspark

Lucidspark ist ein virtuelles Whiteboard, das Ihnen und Ihrem Team die Zusammenarbeit erleichtert. So kommen die besten Ideen zum Vorschein. Es verfügt über Haftnotizen, Tools zum Freihandzeichnen sowie eine unbegrenzte Arbeitsfläche – kurz gesagt: alles, was man zum Erfassen der nächsten durchschlagenden Idee braucht. Und es wurde speziell für die Zusammenarbeit entwickelt. Sie können sich das in etwa wie einen Experimentierkasten vorstellen, in dem Ihr Team gemeinsam in Echtzeit Ideen erörtern und Innovationen hervorbringen kann.

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