Einführung in Scrum

Eine Einführung in Scrum

Lesedauer: etwa 8 Min.

Software hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. (Das versteht sich von selbst, oder?) Und was noch wichtiger ist: Sie verändert sich auch weiterhin. Natürlich wandelt sich auch der Software-Entwicklungsprozess.

Es ist jedoch nicht tragbar, ständig neue Software-Entwicklungsprozesse zu schaffen. Wäre es nicht am besten, einen Entwicklungsprozess zu schaffen, der flexibel genug ist, um sich den Fortschritten und Veränderungen in der Software-Entwicklung anzupassen? Hier kommt die agile Software-Entwicklung ins Spiel.

Agile Software-Entwicklung ist ein iterativer, anpassungsfähiger Ansatz für die Software-Entwicklung. In diesem Beitrag werden wir uns mit einem der beliebtesten agilen Frameworks befassen: der Scrum-Methodik.

Was ist die Scrum-Methode?

Die Scrum-Methode (auch Scrum-Framework genannt) ist ein agiles Framework für die Software-Entwicklung.

Was bedeutet das nun genau?

Herkömmliche Software-Entwicklungsprozesse verlaufen linear – erst die Planung, dann die Entwicklung, dann das Testen und so weiter. Die agile Software-Entwicklung verfolgt dagegen einen iterativen Ansatz. Projekte werden in kurze Zeitabschnitte unterteilt, die als Sprints bezeichnet werden. (Ein Sprint dauert normalerweise zwischen zwei Wochen und einem Monat.)

Bei jedem Sprint fügt das Entwicklungsteam neue Funktionen hinzu und verbessert andere, um nach und nach das bestmögliche Produkt zu schaffen. Es werden häufig Tests und Entwicklungsarbeiten durchgeführt, die sich oftmals überschneiden. (Möchten Sie mehr über agile Software-Entwicklung lesen? Wir haben dem Thema einen eigenen Beitrag gewidmet.)

Es gibt eine Reihe von Frameworks, die unter das Konzept der agilen Entwicklung fallen. Wie bereits erwähnt, ist Scrum eines dieser Frameworks.

Die Scrum-Methodik zeichnet sich dadurch aus, dass sie den Schwerpunkt auf Teamwork und Zusammenarbeit legt. Der Name Scrum entstand aus dem Gedränge (engl. scrum) im Rugby, einem Spiel, bei dem eine koordinierte Teamleistung erforderlich ist. Während jedes Sprints treffen sich die Scrum-Teams täglich, um ihre Fortschritte zu verfolgen, Hindernisse zu erkennen und zu eliminieren und das Projekt auf Kurs zu halten. (Mehr zu den Arten von Scrum-Meetings erfahren Sie später!)

Die wichtigsten Scrum-Prinzipien

Das Scrum-Framework basiert auf sechs Kernprinzipien und jeder Aspekt der Scrum-Methode, von täglichen Sprint-Meetings bis hin zu Scrum-Artefakten, spiegelt diese Prinzipien wider. Sehen wir uns diese also einmal an. Dies sind die sechs wichtigsten Prinzipien von Scrum:

1. Kontrolle über empirische Prozesse: Mit ihrer Ausrichtung auf Transparenz, Anpassung und häufige Bewertung unterstützt die Scrum-Methode Entwicklungsteams dabei, ihr Produkt in jeder Phase des Prozesses zu testen und zu verbessern.

2. Selbstorganisation: Um das Scrum-Framework erfolgreich einzusetzen, muss sich jedes Teammitglied voll und ganz auf den Prozess einlassen. Dies erfordert ein hohes Maß an Unabhängigkeit und Selbstorganisation.

3. Zusammenarbeit: Um das bestmögliche Produkt zu liefern, muss ein Software-Entwicklungsteam zusammenarbeiten. Die Teams teilen sich in jedem Zyklus die Verantwortung und Rechenschaftspflicht. Es gilt das Motto: Gemeinsam erfolgreich sein, gemeinsam scheitern.

4. Wertorientierte Prioritätensetzung: Eines der entscheidenden Merkmale von Scrum ist die Flexibilität. Um sich an neue Anforderungen und Vorgaben für das Projekt anzupassen, bewerten Scrum-Teams ständig die einzelnen Aufgaben, die sie erledigen müssen, und setzen neue Prioritäten.

5. Timeboxing: Bei der Scrum-Methodik hat jedes Element eines Sprints einen klar definierten Zeitrahmen. Der Sprint an sich dauert zwei Wochen, aber auch die täglichen Besprechungen laufen nach Zeitplänen ab, die streng eingehalten werden.

6. Iterative Entwicklung: Da Scrum ein agiles Framework ist, werden Produkte iterativ entwickelt. Dies ermöglicht eine ständige Verbesserung, Flexibilität und letztendlich ein qualitativ hochwertiges Produkt.

Wer gehört zu einem Scrum-Team?

Wir haben den Begriff „Scrum-Team“ in den Raum geworfen – sehen wir uns einmal an, was er eigentlich bedeutet. Auf einer Ebene ist es selbsterklärend: Ein Scrum-Team ist einfach ein Software-Entwicklungsteam, welches das Scrum-Framework verwendet. Hinter dem Begriff verbirgt sich allerdings etwas mehr als das.

Damit jeder Sprint reibungslos abläuft, werden in der Scrum-Methodik drei Positionen beschrieben, die oft als Scrum-Rollen bezeichnet werden und in jedem Scrum-Team vertreten sein sollten: Product Owner, Entwicklungsteam und Scrum-Master. Im folgenden Abschnitt gehen wir für Sie auf die einzelnen Rollen und ihre Zuständigkeiten ein.

Product Owner

Um das bestmögliche Produkt zu liefern, muss ein Entwicklungsteam die Bedürfnisse und Erwartungen des Kunden genau kennen. Es muss eine offene Kommunikation zwischen den beiden Parteien stattfinden. Wie kann man das erreichen? Hier kommt der Product Owner ins Spiel.

Der Product Owner ist dafür verantwortlich, das Produkt in- und auswendig zu kennen. Diese Person ist der primäre Kontaktpunkt zwischen dem Kunden und Entwicklungsteam. Sie übertragen die Anforderungen des Kunden in Aktionspunkte, erstellen und pflegen also den Produkt-Backlog.

Jedes Scrum-Team hat einen Product Owner (diese Rolle sollte niemals auf mehrere Personen aufgeteilt werden).

Entwicklungsteam

Dieser Punkt ist ziemlich einfach: Die Entwicklungsteams sind die Personen, die das Produkt tatsächlich entwickeln. Bei Scrum sollten die Entwicklungsteams klein sein und ein breites Spektrum an Fähigkeiten aufweisen. Ein typisches Team umfasst sowohl Designer als auch Programmierer.

Erinnern Sie sich an die Grundprinzipien von Scrum? Hier kommt die Zusammenarbeit ins Spiel. Die Mitglieder eines mit Scrum arbeitenden Entwicklungsteams sollten andere Teammitglieder in ihren Fähigkeiten schulen, um Engpässe zu vermeiden. Da das Scrum-Entwicklungsteam für die eigentliche Programmierarbeit verantwortlich ist, muss es die Zeit und Ressourcen, die für die einzelnen Elemente des Backlogs benötigt werden, abschätzen und aufteilen.

Scrum-Master

Sollte es nicht bereits deutlich geworden sein, möchten wir eine Sache klarstellen: Das Scrum-Framework erfordert jede Menge Meetings. Und jemand muss diese Meetings planen, koordinieren und moderieren. Hier kommt der Scrum-Master ins Spiel.

Der Scrum-Master ist für alles zuständig, was mit Scrum zu tun hat. Wie setzt das Team die Scrum-Methodik um? Gibt es Bereiche, die einer Feinjustierung oder Verbesserung bedürfen? Wie kann das Team mit jedem Sprint besser werden?

Außerdem ist der Scrum-Master für die Planung und den reibungslosen Ablauf der Scrum-Meetings verantwortlich.

Scrum-Artefakte

Wir haben bereits eine Menge an Fachbegriffen aus der Welt von Scrum behandelt, aber wir sind noch nicht ganz fertig. Bei Scrum ist ein Artefakt einfach ein Mechanismus – oder ein Tool – für die Verwaltung und Fertigstellung von Arbeit. Es gibt vier wesentliche Scrum-Artefakte:

Produkt Backlog

Der Produkt-Backlog, welcher vom Product Owner gepflegt wird, ist eine Liste von Anforderungen an das Endprodukt. Wenn sich die Prioritäten ändern, ordnet der Product Owner den Backlog neu. Zu Beginn eines jeden Sprints wählen Scrum-Teams mehrere Aufgaben aus dem Produkt-Backlog aus, die in diesem Sprint angegangen werden sollen.

Sprint Backlog

In jedem Sprint werden die aus dem Produkt-Backlog ausgewählten Aufgaben in den Sprint-Backlog aufgenommen. Der Sprint-Backlog wird ausschließlich vom Entwicklungsteam gepflegt und verwendet. Häufig werden diese Aufgaben auf einem Scrum-Board organisiert. Dabei handelt es sich um einen visuellen Rahmen zur Verfolgung des Fortschritts und der Priorität der einzelnen Aufgaben. Die Aufgaben werden auf dem Board in Spalten sortiert: gespeichert, zu erledigen, in Arbeit und abgeschlossen. Wenn die Aufgaben abgeschlossen wurden, verschiebt das Entwicklungsteam sie zwischen diesen Spalten.

Beispiel für ein Scrum-Board (klicken Sie auf das Bild, um mehr zu erfahren)

User Story

User Storys sind eine Möglichkeit, Elemente des Backlogs zu beschreiben. Der Produkt-Backlog ist im Wesentlichen eine Liste von Funktionen, die im Endprodukt enthalten sein müssen. User Storys beschreiben diese Funktionen aus der Sicht des Endbenutzers: Warum braucht der Benutzer diese Funktion und wie wird sie in der Praxis aussehen?

Beispiel für eine User Story Map (klicken Sie auf das Bild, um mehr zu erfahren)

Product Increment

Am Ende eines jeden Sprints verfügen Sie (hoffentlich!) über einen Stapel erledigter Aufgaben. Diese bilden zusammen das Product Increment. Das heißt, das Product Increment ist einfach die Arbeitsversion des Produkts am Ende eines Sprints.

Scrum-Ereignisse

Wir haben Scrum-Meetings (und wie viele es von ihnen gibt) schon ein paar Mal erwähnt, ohne eine Erklärung zu geben – hier kommt nun endlich die Erklärung! Das Scrum-Framework orientiert sich an einer Reihe von „Ereignissen“. Einige der häufigsten und wichtigsten Scrum-Ereignisse sind:

Sprint

Der Sprint ist das Rückgrat der agilen Software-Entwicklung und stellt das „Fleisch“ des Scrum-Prozesses dar. Sprints, die in der Regel zwischen zwei und vier Wochen dauern, sind die organisatorische Einheit von Scrum. Die Arbeit wird in Sprints geplant, Meetings werden um Sprints herum angesetzt usw.

Sprint-Planung

Wenn Sie in einem unbekannten Gebiet mit dem Auto unterwegs sind, fahren Sie nicht einfach los. (Oder vielleicht doch, aber das endet wahrscheinlich nicht so gut.) Sie sollten eine Karte zur Hand nehmen und die beste Route zu Ihrem Ziel herausfinden.

Ebenso wählen Scrum-Teams nicht einfach ein paar Aufgaben aus dem Backlog aus und bringen Durcheinander in einen Sprint. Es bedarf einer sorgfältigen Planung. Ein Sprint-Planungsmeeting, das zu Beginn eines Sprints abgehalten wird, sollte einige Stunden dauern – planen Sie zwei Stunden für jede Woche Ihres Sprints ein. In dieser Zeit müssen Sie und Ihr Team einige Fragen beantworten: Was werden wir in diesem Sprint erreichen? Und wie schaffen wir das? Seien Sie so konkret wie möglich.

Tägliches Meeting

Tägliche Meetings (auch Daily Scrums oder Standup-Meetings genannt) sind kurze Besprechungen (im Idealfall fünfzehn Minuten), die jeden Morgen zur gleichen Zeit stattfinden. Bei diesen Meetings bespricht das Entwicklungsteam, was es am Vortag erreicht hat und was es heute zu erreichen beabsichtigt.

Sprint Review

Die Scrum-Methode fördert die Transparenz zwischen allen Beteiligten. Sprint-Review-Meetings tragen zu dieser Transparenz bei. In diesen Meetings, die am Ende jedes Sprints stattfinden, kann das Scrum-Team das Produkt in seiner aktuellen Iteration den anderen Stakeholdern präsentieren. Auf der Grundlage des in diesem Meeting geäußerten Feedbacks verfeinert der Product Owner den Produktbacklog.

Sprint-Retrospektiven

Sprint-Review-Meetings werden von einer Reihe von Stakeholdern besucht – Sprint-Retrospektiven sind nur für das Scrum-Team. Diese Meetings finden am Ende eines jeden Sprints statt und geben den Teammitgliedern die Möglichkeit zur Reflexion über den vorangegangenen Sprint.

Stellen Sie Ihrem Scrum-Team während der Sprint-Retrospektive eine Reihe von Fragen: Was lief gut? Was ging schief? Und, was am wichtigsten ist, wie können wir uns im nächsten Sprint verbessern?

Beispiel für eine Retrospektive (klicken Sie auf das Bild, um mehr zu erfahren)

Die Vorteile von Scrum

Hoffentlich haben Sie wenigstens die Grundlagen von Scrum verinnerlicht. Und nun? Sie müssen entscheiden, ob die Scrum-Methode etwas ist, von dem Ihr Team profitieren kann.

Die Vorteile von Scrum liegen vor allem in der Tatsache, dass es sich um einen iterativen Ansatz handelt. Durch den Einsatz des Scrum-Frameworks ist Ihr Team in der Lage, sich an die ständigen Veränderungen in der Software-Entwicklung anzupassen und ein Produkt zu liefern, das mit jedem Sprint besser wird.

Nach dieser Einführung in Scrum sind Sie dran! Legen Sie noch heute mit einer unserer Vorlagen für ein Scrum-Board los.

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