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Designorientiertes Denken

Die 5 Phasen des Design Thinking

Lesedauer: etwa 7 Min.

Der Mensch, so wird geschätzt, hat pro Tag etwa 12.000 bis 16.000 Gedanken. Eine sehr beeindruckende Zahl, jedoch stellen bis zu 95 % dieser Gedanken Wiederholungen vom Vortag dar. Wenn man bedenkt, dass wir uns im Alltag weitestgehend an die gleichen Routinen halten und die meiste Zeit unseres Lebens mit denselben Herausforderungen kämpfen, ergeben diese Zahlen durchaus Sinn. Sich jeden Tag erneut ins selbe Gedankenkarussell zu setzen, ist um einiges einfacher, als starre Gewohnheiten von einen auf den anderen Tag zu durchbrechen. Und zwar vor allem dann, wenn das Ziel die Entwicklung neuer Lösungen ist.

Wir neigen dazu, innovative Gedankenspiele als ein „Denken über den Tellerrand hinaus“ zu beschreiben. Dabei handelt es sich um eine gängige Redewendung, die unreflektiert in Vorstellungsgesprächen oder Kundenbriefings genutzt wird. „Über den Tellerrand hinausblicken“ gilt vielerorts als der heilige Gral der Kreativität. Wie man allerdings den Horizont erweitern soll, kann niemand so genau beschreiben.

Für viele Menschen scheint die Vorstellung, über den Tellerrand hinauszublicken, eher eine Art Glückstreffer zu sein: Entweder sie landen ihn oder eben nicht. Und wenn sie für einen Tag das Glück gepachtet haben, kann es am nächsten bereits wieder verschwunden sein.

Wir verraten Ihnen ein Geheimnis: Über den Tellerrand zu blicken und sich unkonventionelle Ideen auszudenken, ist nur eine andere Art, das Prinzip des Design Thinking zu beschreiben. Und Design Thinking ist erlernbar und kann perfektioniert werden. Nachfolgend erklären wir, wie das geht.

Was ist Design Thinking?

Unter Design Thinking versteht man einen philosophischen Ansatz und das dazu passende Set an Werkzeugen, mit denen Sie kreative Lösungen für Probleme entwickeln können. Im Fokus dieser Technik steht der Mensch als Mittel zur Lösungsfindung. Darin liegt auch der größte Unterschied zu anderen Methoden der Problemlösung. Im Rahmen von Design Thinking wird der Blick auf das Zielpublikum sowie die Bedürfnisse und Herausforderungen dieser Menschen gerichtet. Die menschliche Perspektive diktiert die Lösung.

Diese Herangehensweise ist einzigartig. Andere Ansätze legen ihren Fokus eher auf die Reduzierung möglicher Kosten oder den Anspruch, die derzeit modernste Technologie mitsamt ihrer Tools einzusetzen. Design Thinking hingegen stützt sich stark auf Empathie und die Entwicklung kreativer Innovationen. Hier bemüht man sich, das Leben echter Menschen zu verbessern, indem nach adäquaten Lösungen gesucht wird, um bessere individuelle Erfahrungen zu schaffen. Außerdem ist diese Methode auf jede Branche und nahezu jedes Problem anwendbar.

Die Geschichte von Design Thinking

Die Nutzung von Empathie auf dem Weg zur Lösungsfindung gibt es sicherlich bereits seit Anbeginn der Menschheit. Die Kodifizierung derselben geschah jedoch erst in den letzten hundert Jahren. Im Jahr 1935 begann John Dewey für das 20. Jahrhundert die Prinzipien der Ästhetik mit denen der Technik und des Engineering zu verschmelzen. Seine Arbeit beeinflusste Designer wie Richard Buchanan und Dan Koberg. David Kelley, Gründer des Designunternehmens IDEO und ehemaliger Ingenieur bei Boeing, gilt als Pionier des menschenzentrierten Designs und von Design Thinking. 

Kelleys Unternehmen verfügt über mehr als 1.000 Patente. Firmen wie Procter & Gamble, Gap, Marriott oder Kaiser Permanente findet man im Portfolio von IDEO. Kelley begann damit, Kunden ein Angebot zu unterbreiten, bei dem jede Phase des Prozesses separat bewertet wurde: Erkenntnis, Beobachtung, Brainstorming und die Entwicklung eines Prototypen. Anfangs waren die Kunden zögerlich und zierten sich, für die ersten beiden Phasen des Prozesses zu bezahlen. Sie wollten diese überspringen und direkt mit Phase drei starten. Aber in den beiden ersten Phasen liegt oft der Ursprung eindrucksvoller und wirksamer Ideen. Kelley erkannte, wie relevant diese Phasen im Prozess der Kreativität waren.

Studierende lernen meist, eine Gelegenheit zu identifizieren, Faktoren rund um Risiko und Sicherheit abzuwägen und auf dieser Basis die Ergebnisse zu optimieren. Kelley nahm das kalte Kalkül aus dieser Rechnung und brachte den menschlichen Aspekt in den Prozess, wandte sich also dem menschenzentrierten Design zu. Service Design zielt auf Verbesserungen ab; menschenzentriertes Design möchte hingegen befähigen und ermächtigen. Beim Service Design reicht eine vage Vorstellung des Kunden. Design, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht, möchte sich ein genaueres Bild verschaffen.

Die 5 Elemente des Design Thinking

Es mag unlogisch klingen, aber Kreativität folgt gewissen Regeln. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei jedoch um Elemente, die Ihnen dabei helfen, den Kunden nicht aus dem Blick zu verlieren, während Sie gleichzeitig neue Ideen entwickeln. Vergessen Sie nicht: Sie denken zwar über den Tellerrand hinaus, aber der Teller befindet sich weiterhin im selben Raum.

Lassen Sie uns Ihnen diese fünf Elemente am Beispiel des Homeschooling veranschaulichen.

Empathie:  Sich in Ihre Kunden oder User hineinzuversetzen bedeutet, sich ein klares Bild ihrer Alltagswelt zu verschaffen und ihre Lebenssituation zu verstehen. Im Rahmen unseres Homeschooling-Beispiels könnten Sie sich in die Lage der Kinder versetzen: Sie langweilen sich, vermissen ihre Schulkameraden und sind es nicht gewohnt, dem Unterricht in einer Online-Lernumgebung zu folgen. Oder Sie könnten sich die Situation der Eltern verdeutlichen: Sie sind frustriert, überfordert und skeptisch. Wenn Sie noch genauer hinsehen, fällt Ihnen vielleicht auf, dass viele Eltern und Kinder nur begrenzt Zugang zu einer zuverlässigen Internetverbindung und der nötigen Computerhardware haben.

Definition:  In einem nächsten Schritt, basierend auf dem neu entwickelten Verständnis für Ihre Zielgruppe, versuchen Sie, deren Bedürfnisse und Herausforderungen zu definieren. In unserem Beispiel konnten Sie möglicherweise feststellen, dass durch den beschränkten Zugang zu zuverlässiger Technologie die internetgestützte Lösung in Anbetracht der Ausgangslage wenig effektiv ist.

Ideensammlung:  In diesem Schritt hinterfragen Sie Ihre Vorannahmen und überlegen sich innovative Lösungen. Vielleicht lassen Sie sich auf Alternativen für internetbasierten Fernunterricht ein. Möglicherweise experimentieren Sie mit der Idee, lokale Fernsehsender einzubeziehen, oder Sie wollen die Schulungssituation wieder persönlicher gestalten.

Prototyp:  Jetzt ist es an der Zeit, Ihren Lösungen Leben einzuhauchen. Vielleicht haben Sie dreizehn Fernsehkanäle auf die Beine gestellt, die nun rund um die Uhr Lerninhalte streamen und in den meisten Ländern zugänglich sind. Oder Sie haben sich möglicherweise dazu entschlossen, sich auf die kostenlose Bereitstellung von leistungsfähigem Internet zu konzentrieren. Jetzt ist es an der Zeit, die Pläne umzusetzen.

Testphase: Funktioniert es? Wenn Sie sich für eine Lösung entschieden haben, gilt es nun, sie in mehrfachen Durchgängen auf Herz und Nieren zu testen.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte kann variieren. Es ist also nicht nötig, sich stur an eine gewisse Abfolge zu halten. Sie können etwa schon Ideen sammeln, bevor Sie sich vollends in die Lage Ihres Zielpublikums versetzt haben. Oder Sie beginnen, sich mit den Herausforderungen zu beschäftigen, bevor Sie Ideen sammeln. Es handelt sich schlicht und einfach um die nötigen Phasen, die erforderlich sind, um einen Ideenfindungsprozess erfolgreich durchzuführen.

Wie Design Thinking Ihrem Unternehmen nützt

Menschen möchten in erster Linie von Ihrem Umfeld verstanden werden. Design Thinking stellt den Menschen in den Mittelpunkt der Entwicklung. So wird er sich nach der Lösung seines Problems gehört und verstanden fühlen. Lösungen für Bedürfnisse zu bieten, schafft automatisch eine Notwendigkeit für den Käufer.

Lassen Sie uns beispielsweise die Entwicklung von Kopfhörern betrachten. Kabelgebundene Kopfhörer erfüllten alle nötigen Funktionen, sie entsprachen aber nicht den Bedürfnissen der Kunden im Alltag: Die Kabel waren ständig im Weg und man musste sowohl das Gerät als auch die Kopfhörer tragen.

Kabellose Kopfhörer sind somit eine direkte Antwort auf dieses Problem: Sie stören nicht, müssen sich nicht in unmittelbarer Nähe des Geräts befinden und pausieren sofort, sollte man einen der Kopfhörer verlieren. Somit wurden Sie zu einem absoluten Must-have für Kunden.

Lassen Sie uns noch ein paar weitere Gründe für Design Thinking finden:

  1. Eine neue Perspektive für bekannte Problemstellungen wird geboten.
  2. Die Ursache des Problems wird ermittelt.
  3. Es fördert die Zusammenarbeit, Innovation und kreative Problemlösung.
  4. Der Benutzer und Kunde steht im Mittelpunkt.
  5. Zügiges Prototyping und schnelles Feedback werden gefördert. 

Wenn Empathie im Mittelpunkt der Lösungsfindung steht, ist sie auch im fertigen Produkt fühl- und spürbar. Die Kunden sind sich dessen bewusst und fühlen sich verstanden. Innovationsleistung wird gefördert und ermöglicht es Unternehmen, sich erfolgreich von der Konkurrenz abzuheben.

Design Thinking leitet Teams dazu an, innovativ vorzugehen, anstatt sich auf altbekannte Methoden zu verlassen. Der Prozess bietet in einer ungezwungenen Atmosphäre die nötige Freiheit für kreative Gedanken und Ideen. Der Mensch steht, samt seiner Herausforderungen, Emotionen und seinem Verhalten, im Zentrum jeglicher Innovation. Die Wirtschaftsriesen von heute – Apple, Microsoft, Tesla usw. – nutzen Design Thinking, um elegante Lösungen für menschliche Probleme zu entwickeln. Deswegen fühlt sich ein schlau konzipiertes Produkt auch für uns als Kunden so gut an: Wir haben das Gefühl, an der Entstehungsgeschichte beteiligt zu sein.

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